Heilpflanzen
Kneipp entwickelte die richtungsweisenden Anwendungen für die moderne Zeit. Mit Erfahrung und mit der Vision, die heute durch die Wissenschaft bestätigt wird. Heilkräuter der Klostermedizin des Mittelalters als Therapie. Die empfohlene Anwendung von Heilkräuter, innerlich in Form von Tee oder Saft, äußerlich in Form von Salben, Ölen, Einreibungen oder Zusätzen zu Wickeln und Bädern konnte in ihrer Wirksamkeit dank neu geschaffener Nachweisverfahren objektiviert werden und kann vorbeugend und heilend dem Organismus helfen. Gezielte Heilpflanzentherapie - zur Verbesserung der Lebensqualität in unserer hektischen Zeit - wäre ohne Kneipp nicht denkbar.
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Wasser
Die Heilkraft des Wassers, von Kneipp wiederentdeckt, systematisch optimiert und inzwischen wissenschaftlich belegt. Wasseranwendungen nach Kneipp sind individuell und fein abstufbar und können exakt auf die jeweilige Person und Situation abgestimmt werden. Kalt- und Warmreize sind ein ideales Training für die Blutgefäße und Nerven der Haut und der inneren Organe. Sie sind die Grundlage der Kneipp-Therapie. Wasser als Vermittler natürlicher Lebensreiz steigert die Leistungsfähigkeit, regt die Abwehrkräfte an und verbessert das Körperbewusstsein. Vorbeugend und therapeutisch wirkt die Wasseranwendungen harmonisierend auf das Nerven- und Hormonsystem sowie auch auf die Psyche.
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Bewegung
Zur Kneipp-Heilweise gehört ein mildes, natürliches Trainingsprogramm für vernachlässigte Funktionen unseres Organismus. Körperliche Aktivität - sinnvoll und dosiert angewendet - setzen angepaßte Reize um wichtige Funktionen unseres Körpers zu fördern und zu unterstützen. Zu den Wasserreizen und der Wirkung der Arzneipflanzen kommt so die Bewegung. Gymnastik, Wandern, Radfahren und andere Sportarten gehören ins Programm. Der Bewegungsapparat, das Herzkreislaufsystem, Verdauungsorgane oder das Nervensystem werden durch Bewegungstherapie gleichermaßen angesprochen, wie z.B. auch die Psyche, auf die sie einen regulierenden Einfluß hat. Massage unterstützt oder egleitet als “reaktive Therapieform” - oft unentbehrlich - die Bewegung.
Ernährung
Die Ansprüche, die Pfarrer Sebastian Kneipp an eine gesunde, ausgewogene und nahrhafte Kost stellte, stimmen mit der modernen Ernährungslehre überein. Empfohlen wird eine leichte, vielseitig und möglichst naturbelassen Kost. Das gilt auch für Abnahmediät, Schonkostformen und Krankendiät bei Diabetes, Gicht und Fettstoffwechselstörungen. Schmackhaft, vollwertige, abwechslungsreiche Ernährung mit frischen Lebensmitteln wie Gemüse, Kartoffeln, Obst, Milch, Milch- und Vollkornprodukten, die möglichst vitaminschonend und fettarm zubereitet werden sollen. Mageres Fleisch und Fisch ergänzen den Speiseplan. Gesunde Ernährung kann ernährungsbedingte Krankheiten vermeiden oder deren Verlauf günstig beeinflussen.
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Lebensrhythmus
Kneipp als Vorkämpfer der vernünftigen Ganzheitstherapie war sicher: Leib und Seele sind eine untrennbare Einheit, gerade wenn es um Gesundheit oder Heilung geht. Lebensrhythmus und Gesundheitsbildung muss als wichtigster Bestandteil der kneipp’schen Lebens- und Heilweise angesehen werden. Sie umfaßt eine ausgewogene, natürlicher Lebensführung, die der Einheit von Körper, Geist und Seele gerecht wird. In der Kneipp-Idee werden daher die biorhythmischen Ordnungen unseres Lebens ebenso beachtet wie die Kräfte, die unsere Seele stärken. Über die physischen und psychischen Belange des einzelnen Menschen hinaus ruft uns die Ordnungstherapie auch zur Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe und zum Streben nach sozialer ökologischer Ordnung auf.
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